Vom Brot allein

Eine faszinierende fotografische Erkundungsfahrt durch die einzige Stadt der Welt, die sich im Himmel und auf Erden befindet. In ihr liegen die Hölle und der Eingang zum Paradies. Seit Jahrtausenden zieht es Menschen in diese Stadt, um zu sterben. In ihr hat Gott seine Wohnung bezogen. In ihr wurde ein Messias gekreuzigt, weitere Erlöser werden noch erwartet. In ihr wird es am Ende der Tage eng werden, wenn sich die auferstandenen „trocknen Knochen" versammeln. Die Apokalypse ist in dieser Stadt keine Prophezeiung, sondern Alltag: Jerusalem. Die israelische Fotografin Varda Polak-Sahm hat mit ihrer Kamera in dem irdischen Jerusalem Szenen mit himmlischer Symbolik festgehalten. In dieser Stadt, der einzigen in der Welt, wo Christentum, Judentum und Islam in beängstigender Nachbarschaft aufeinander stoßen, erlebt man erst, wie sehr sich die Menschen mit ihren Bräuchen ähneln. In diesem Buch werden erstmals Fotos von der Vergoldung der Kuppel des Felsendoms veröffentlicht, des leuchtendsten und umstrittensten Wahrzeichens Jerusalems. Varda Polak-Sahm verfolgte mit ihrem Mann, dem deutschen Nahostkorrespondenten Ulrich W. Sahm, monatelang die Vergoldungsarbeiten. Daraus entstand ein handgefertigtes „Friedensalbum". Israels Ministerpräsident Yitzhak Rabin schenkte es 1994 dem jordanischen König Hussein als Zeichen seines Friedenswillens. Die Fotoausstellung „Vom Brot allein" erregte Aufsehen im jüdischen Tel Aviv, im islamischen Istanbul, im katholischen Italien und auch im vermeintlich säkularen Deutschland.

 

Varda Polak-Sahm, in Jerusalem geboren und verwurzelt, widmete sich nach dem Studium der Theatergeschichte, Folklore und Kunstgeschichte der Pressefotografie. Sie veröffentlicht ihre Bilder in deutschen Tageszeitungen und internationalen Magazinen. Mit ihrer Dokumentation der Vergoldung der Kuppel des Felsendoms wurde sie 1994 weltbekannt, ohne dass ihre Fotos damals publiziert worden wären. „Varda" - so ihr Signet - war der erste Bürger Israels, der einen Preis in einem arabischen Land erhielt, eine Silbermedaille bei einem „Internationalen Fotowettbewerb" in Jordanien. Varda Polak-Sahm war auch der erste israelische Fotograf, der seine Bilder im Vatikan ausstellen durfte.

Ulrich W. Sahm ist deutscher Nahostkorrespondent für den Berliner Nachrichtensender n-tv. Er berichtet seit über zwanzig Jahren für deutsche Tageszeitungen, Rundfunk und für die Katholische Nachrichtenagentur. In Jerusalem beobachtet er nicht nur das politische Geschehen zwischen Krieg und Frieden. Er schaut auch hinter die malerischen Kulissen der Kirchen, Moscheen und Synagogen. Da versteckt sich ein weltumfassender Kulturkampf zwischen den drei monotheistischen Religionen. Umschlagfoto: Die frisch vergoldete Kuppel des Felsendoms in Jerusalem